• Haus Sickinger

Tag 10: „Die Weisheit hat ihr Haus gebaut, ihre sieben Säulen behauen.“ (Spr. 9,1)

Aktualisiert: Apr 1

Wir stehen durch die Corona Pandemie in einer Ausnahmezeit, an der wir alle aufgefordert sind, aktiv mitzuwirken, um Menschen – besonders aus den Risikogruppen - zu schützen.


Gott spricht in diesen Tagen besonders zu uns. Er möchte uns aus dem Gewohnten herausholen. Er stellt uns vor neue Situationen: Kinder die nicht in die Schule gehen können, Eltern die im Homeoffice arbeiten sollen, Angst dass man aufeinander pickt, Unsicherheit wie lange das Ganze dauert, Angst vor Ansteckung, Versorgungsengpässen und damit verbundener Gereiztheit...


Unser Antwort: Wir möchten nicht abwarten, bis diese Zeit vorbei ist, sondern wahrnehmen: Jetzt ist die Zeit - eine besondere Zeit, eine Gnadenzeit, eine Zeit wo Gott unser Wachstum und unser Handeln von unserem Haus der Heiligen Stadt aus möchte. Da sind die 7 Säulen der Heiligen Stadt eine ganz wesentliche Orientierung, in dieser Corona-Ausnahmezeit zu leben und auszustrahlen.



Die 7 Säulen von Schönstatt - wir laden ein auf einen Weg

Wir laden euch ein, gemeinsam mit uns zu betrachten: Was sagen uns die 7 Säulen von Schönstatt in dieser Ausnahmezeit?


1. Säule: Wachsen von innen – das kann jetzt bedeuten: als Persönlichkeit geduldig sein, mich von Gereiztheit und Angst nicht anstecken lassen, einen Versorgungsengpass akzeptieren ohne Aufregung (so schnell verhungert man nicht), das Bemühen Ruhe und Freude auszustrahlen – mit einem Wort: unser Herz nach dem Herzen der Gottesmutter bilden. P. Kentenich sagt: „Sei was du bist! Sei es in bestmöglicher Form!“ 2. Säule: Ausstrahlen – dazu eine Frage: Woran werden sich unsere Nachbarn, unsere Kollegen erinnern, wenn diese Pandemie vorbei ist? Entscheidend wird das sein, was wir leben und ausstrahlen – wir haben hier die Chance, als Christen authentisch in die Gesellschaft hineinzuwirken. Die Erfahrung der ersten Tage zeigt: Das ständige Kreisen um Corona kann ein Zeitfresser werden (Nachrichtendienste, Livestreams, etc.). Die Frage an uns ist aber: Was machen wir aus dieser Zeit? Das wird auch anderen klare Orientierung geben und ein Stück Heilige Stadt erleben lassen.


3. Säule: Schöpferisch gestalten – das kann bedeuten: Wir sehen diese Zeit als positive Herausforderung, her- aus aus der Routine zu kommen. Wir lassen Neues zu und suchen nach neuen Wegen. Ein aktuelles Beispiel: Das Treffen der Mitglieder der Schönstatt Familienbewegung an diesem Wochenende wurde nicht abgesagt – sondern durch digitale Unterstützung und schöpferischen Geist zu einer Begegnung der neuen Art (Vorträge als Download, eine WhatsApp Gruppe zur Kommunikation, Austausch in persönlichen Telefonaten). All das hat sicherlich einen gewissen Arbeitsaufwand bedeutet - aber im Bewusstsein: Wir übernehmen Verantwortung für die Schöpfung, für die Umwelt, für das Leben.


4. Säule: Von Herz zu Herz – hier geht es um Rücksichtnahme. Weil uns andere Menschen wichtig sind, besonders auch jene aus den Risikogruppen (ältere Menschen sowie Menschen, die gesundheitlich bereits angeschlagen sind), sind wir entschlossen, die ganzen Maßnahmen der Vorsicht und Einschränkung mit Ruhe und Gelassenheit durchzutragen. So leben wir in der Heiligen Stadt in einer familiären Gemeinschaft in der Grundhaltung P. Kentenichs: „Ich stelle mich euch hiermit vollständig zur Verfügung mit allem, was ich bin und habe: mein Wissen und Nichtwissen, mein Können und Nichtkönnen, vor allem aber mein Herz.“ 5. Säule: Heimat finden und geben – das kann bedeuten: Wir schränken unsere Kontakte auf ein Minimum ein – umso mehr können wir aber mit anderen seelisch, geistig in Verbindung treten und so Heimat schenken. Ein Anruf. Ein Zeichen der Verbundenheit. Unser Gebet für Betroffene. P. Kentenich verfasst im KZ Dachau das Not-Gebet, das uns unter den Schutzmantel der Gottesmutter holt: „Mutter, nimm uns sorgsam unter deinen Mantel, dass im Himmel allezeit sei unser Wandel, schütz vor Hunger uns, vor Seuchen und vor Bränden, uns, die wir in großer Not uns an dich wenden.“ Bisher haben große Versammlungen unsere Vorstellung davon geprägt, was „Kirche“ ist - nun haben wir Gelegenheit, das Fundament tiefer Liebe und Fürsorge neu aufzubauen, unser Haus der Heiligen Stadt: ein Kreis von Menschen, die bei uns Heimat haben und gestärkt werden für ihren Dienst an der Welt.


6. Säule: Gründergeist – das bedeutet, dass wir gemeinsam mit anderen Neues schaffen können, im einzigartigen Charisma P. Kentenichs: „Wir sind alle Mitgründer und Mitgründerinnen. So sind wir Stück um Stück zusammengewachsen: ein Herz und eine Seele.“ 7. Säule: Gott in unserer Mitte – das ist die Verbindung mit unseren Kraftquellen, mit Gott, mit der Gottesmutter. Wenn sie uns anschauen – wenn wir uns mit ihnen in unserem Haus verbünden, wenn wir unsere Anstrengung, unser Leid, unsere Wunden ins Gnadenkapital schenken, werden sie verwandelt zu Liebe. Jeder Beitrag ins Gnadenkapital verändert die Welt.


Richard & Ingeborg Sickinger

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