• Haus Sickinger

Eine Erfahrung im Liebesbündnis

Aktualisiert: Mai 16



Mich beeindruckt der Gedanke, dass jede Zeit und jede Situation ihre Aufgabe an mich hat. Mir kommt in dieser Zeit der Coronakrise immer wieder der Dialog P. Josef Kentenichs (Gründer der Schönstattbewegung) mit einem Priester im KZ Dachau in den Sinn: Der Priester fragt Pater Kentenich: „Werden wir hier wieder lebend herauskommen?“ Pater Kentenich: „Das ist nicht die Frage. Die Frage ist, ob wir hier den Willen Gottes erfüllen!“ Für mich bedeutet das, dass es auch in dieser Krise, so beschwerlich, traurig und herausfordernd sie ist, um genau diese Frage geht: Wie kann ich in ihr Gottes Willen erfüllen? Was ist jetzt, in dieser Situation meine Aufgabe? Ich habe erlebt, dass Menschen um mich herum begonnen haben, Neues zu entwickeln, neue Wege und Herausforderungen zu finden. Das hat mich angeregt, nach meinem ganz persönlichen Auftrag für diese Zeit zu fragen - neben Familie, Homeschooling, ... In den letzten Wochen hatte ich oft unter der so traurigen und trostlosen Stimmung, die in den Medien verbreitet wurde, das Bedürfnis verspürt, Vertrauen und Dankbarkeit zu verbreiten. Die Menschen sollten diese Zeit auch nützen, um inne zu halten und in Vertrauen und Dankbarkeit auf Gott zu schauen. Im Gebet ist mir irgendwann die Idee geschenkt worden, eine wöchentliche Andacht oder Anbetung mit Liedern und Texten ca. 10-15 Minuten aufzunehmen und unserer Pfarre Grinzing zur Verfügung zu stellen. Da ich aber seit ca. einem halben Jahr an einer sehr schmerzhaften Kalkablagerung in meiner rechten Schulter leide, die dazu führte, dass ich meinen rechten Arm kaum bewegen konnte, schlug ich Gott einen Deal vor, ein Liebesbündnis: "Wenn du dich darum kümmerst, dass ich meinen rechten Arm zum Gitarre spielen wiederverwenden kann, dann mache ich jede Woche eine Andacht." Zuerst gab es bei meinem Orthopäden einen Corona-Fall, sodass die Ordination für zwei Wochen gesperrt wurde. Danach bekam ich wegen meiner fast unerträglichen Schmerzen wieder einen Termin, wurde in den nächsten Wochen drei Mal infiltriert und konnte letzte Woche mit einer Stoßwellentherapie beginnen. Seit letzter Woche bin ich fast schmerzfrei! Am Freitag machte ich einen Besuch in unserer Pfarrkirche. Es tat so gut, die Stille, den vertrauten Ort wieder einmal zu erleben. Plötzlich spürte ich ganz deutlich: Es ist an der Zeit, meinen Teil des Bündnis-Versprechens einzulösen. Ich ging nach Hause und schrieb unserem Pfarrer eine E-Mail, der noch am selben Tag zurückschrieb: Vielen Dank! Das wäre eine Super-Idee!!!! Darauf begann ich Lieder und Texte zu suchen und nun ist die erste Andacht fertig. Was mich an dieser ganzen Geschichte besonders fasziniert, ist meine Gelassenheit, mein Vertrauen können, denn ich weiß, dass ER sich um alles kümmert! Es ist so toll, wenn man etwas beginnen kann, von dem man weiß, dass man nur das Instrument ist. Ich stelle mich zur Verfügung und Gott kümmert sich um alles andere.


Roswitha S.



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